Donnerstag, 29. August 2013

South Lake Tahoe - Placerville - Sacramento

An diesem Morgen können wir – oha – ein Stück blauen Himmel und ein wenig Sonnenschein erkennen. Deshalb wagen wir uns doch hinunter ans Seeufer, die schneebedeckten Berge im Hintergrund können wir jedoch nur erahnen.


Unsere Souvenirs aus Tahoe, komplett gratis:


Wir fahren noch einmal durch den ganzen Ort, der aus einer kilometerlangen, vierspurigen Straße besteht, zu beiden Seiten, umgeben von hohen Nadelbäumen, sind Hotels, Motels, Fast Food-Läden, Geschäfte etc. angesiedelt. South Lake Tahoe ist auf 1900m mitten in den Wald hinein gebaut, die Häuser der Anwohner sind ziemlich versteckt zwischen hohen Bäumen. Wenn es hier einmal brennt ...


 

Auf der „Bonanza“-Straße fahren wir über den Echo-Summit, auch hier stehen vereinzelte Häuser mitten im Wald. In Placerville, einem hübschen Goldgräberstädtchen, machen wir Pause und laufen durchs Ortszentrum. Zu unserer Überraschung sind viele der alten Häuser aus Stein errichtet, denn nachdem die Holzhäuser im 19. Jh. abgebrannt sind, hat man dazugelernt.




Bis nach Sacramento ist es nun nicht mehr weit. Schon halb zwei sind wir an unserem Motel Quality Inn, das ziemlich zentral am Convention Center liegt. Eine Nacht im gut ausgestatteten M0tel ist ein Geschenk von Familie Staub. Leider dürfen wir erst um drei einchecken. So vertreiben wir uns die Zeit im nächstgelegenen Starbucks, wo ich statt Java Chip mal den Cookie Crumble Frappucino probiere. Auch lecker!

In unseren Hotelzimmern gefällt es uns dann so gut, dass wir eine kurze Verschnaufpause einlegen - vor allem die Älteren müssen sich regenerieren. Aber dann geht's los: Zum Kapitol ist es nicht weit. Dort spazieren wir ein bisschen durch den herrlichen Park, in dem um die 15 Memorials untergebracht sind, dann besichtigen wir das Regierungsgebäude von innen.





Im Foyer erwarten uns der Entdecker der neuen Welt und sein Förderer: Kolumbus und Königin Isabella; ihrer beider Horizont reicht bis zum Himmel, denn sie sind unter der gläsernen Kuppel positioniert.


Auch der kalifornische Bär kann mal kräftig an den Ohren gezogen werden. Bei dieser harmlosen Bärenbegegnung kommen wir ganz nah ran.


Im 2. Obergeschoss ist die Besuchertribüne für beide Häuser: State Senate und State Assembly. Diese dürfen wir betreten und können uns vage vorstellen, wie die Parlamentarier hier rege diskutieren oder sich gekonnt hinter ihrem PC verstecken.


Durch sehr gepflegte, aber relativ leere Straßen laufen wir zur historischen Altstadt am Ufer des Sacramento River. In diesen Straßenzügen fühlt man sich - noch besser als in Placerville - ins 19. Jh. zurückversetzt. Es fehlen nur noch der Cowboyhut und die Reiterstiefel, und man ist am Originalset von Charles Ingalls in der Kleinen Farm.



Da Jan zum wiederholten Mal in Kaliforniens hübscher Hauptstadt verweilt, kann er uns wertvolle Restaurantstipps geben, die wir selbstverständlich gleich befolgen. Im mexikanischen Restaurant Zocalo gibt es authentisch mexikanisches Essen - bei frischer Guacamole und Frijoles schwelgen wir in Erinnerungen an unsere erste gemeinsame Reise nach Mexiko. Dieses Erlebnis verdanken wir Ute und Helmut, denn von euch haben wir uns eingeladen gefühlt.


Kann nun Sacramento mit seiner prominenten Konkurrenz der Küstenstädte mithalten? Unbedingt! Sacramento ist wahrlich ein Schmuckstück unter amerikanischen Städten: sauber und gepflegt, begrünt und liebevoll herausgeputzt, relativ ruhig und übersichtlich. Doch auch hier gehört Armut  zum Stadtbild - Obdachlose dösen auf präzise gemähten Rasenflächen in der Sonne.



Mittwoch, 28. August 2013

Yosemite - South Lake Tahoe

8.30Uhr ist Abfahrt - heute verlassen wir Yosemite, allerdings nicht über die 120 wie eigentlich geplant, denn diese Strasse ist aufgrund der wütenden Waldbrände gesperrt. Wir müssen also die 140 nehmen, was für uns einen Umweg bedeutet, aber ein Feuerwehrmann, mit dem wir vorgestern sprachen, hat uns diese Route ohnehin empfohlen, denn sie führt ab Mariposa durch eine traumhaft schöne Landschaft des Calaveras County.

Wir fahren also bis Mariposa und biegen dort auf die 49 ab, die alte Goldgräberroute (Mother Lode). Die kaum befahrene, kurvige Straße führt uns durch sagenhaft schöne Natur: sanft abfallende Berge, deren Hänge von hohem Gras bewachsen sind. Da das Gras komplett verbrannt ist , hat es eine kräftige gelbe Farbe angenommen. Wären wir nicht im Gebirge, könnte man meinen, man sei in der Prärie.Vereinzelt stehen Bäume in dieser Graslandschaft.

Nach 40 Meilen kommen wir nach Moccasin, wo die Landschaft etwas eintöniger wird. Ab hier ändert sich auch das Wetter, es wird leicht diesig und beginnt nach Rauch zu riechen. Wir sind jetzt ca. 30km westlich von dem Waldbrandgebiet und trotzdem spüren wir die Auswirkungen gewaltig. Der Rauch wird zunehmend dichter, der Geruch immer intensiver. Es ist, als würde man an einem grossen Lagerfeuer sitzen, nur kann man leider nicht weggehen und tief durchatmen.


Eigentlich wollten wir den Ebbetts-Pass auf der 4 fahren und Halt in Murphys und im Calaveras State Park machen, wo einige Sequoias stehen. Doch der dicke Rauch macht die Fahrt durch die Sierra Nevada eher zu einem Trauerspiel, und so entscheiden wir, den weiter nördlich verlaufenden Carson-Pass zu nehmen. Aber auch dort hängt der Rauch so tief in den Tälern, dass eine regelrecht gespenstische Landschaft entsteht. Wir erfahren in den Nachrichten, dass das Feuer mittlerweile ein Ausmaß von 755km2 (!) angenommen und 41 Häuser zerstört habe. Wohl eines der schlimmsten Feuer in Kalifornien seit Beginn der Aufzeichnungen.



South Lake Tahoe, unser Tagesziel, erreichen wir am Nachmittag und sind enorm enttäuscht, denn auch hier hat sich der Rauch niedergesetzt, auch wenn der Geruch zum Glück an Intensität verloren hat. An den See zu gehen wäre pure Zeitverschwendung, denn man sieht sowieso nur grau. Also gehen wir unserer Lieblingsbeschäftigung nach: food shopping! Zum Trost für das entgangene Alpenpanorama gönnen wir uns einen Starbucks Frappucino (Unterhaltung mit Barista Gina inklusive – sie klärt uns darüber auf, dass man hier normalerweise die sauberste Luft weit und breit habe) und setzten uns gemütlich auf die Bank vor der Stadtbücherei. Hier kommen wir mit einem pensionierten Lehrer ins Gespräch, der seit fast 50 Jahren in Tahoe lebt und so etwas noch nie erlebt hat. Auch er bestätigt uns, wie schön der Blick auf den See sei. Nun, wenigstens hören wir von der Attraktivität des Ortes, wenn wir sie schon nicht selbst bestaunen können.


Unser Motel Super 8 liegt nahe am See und wird von Achim und Marikas Geldgeschenk bezahlt. Um noch mehr Insiderwissen über Tahoe zu sammeln, gehen wir zum Friseur. Von Kimberly, die uns nebenbei beiden einen neuen Haarschnitt verpasst, erfahren wir vom großen Feuer in Tahoe in den 1990ern, von drei Morden, die hier in letzter Zeit verübt wurden und lernen ihre Familiengeschichte kennen. Auch sie betont, wie außergewöhnlich dieser Rauch sei. Uns stellt sich nur noch die Frage: Haben wir nun Glück oder Pech, gerade heute hier zu sein???

Dienstag, 27. August 2013

Yosemite

Heute dürfen wir mal so richtig Urlaub machen! 


Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir hinunter ins Tal und begeben uns auf eine kleine Wanderung, um unseren vom vielen Autofahren ermüdeten Knochen etwas Gutes zu tun. Inmitten von Heerscharen von Touristen wandern wir hinauf zu den Vernal Falls. Der beständige Anstieg zehrt an den Kräften. Von hier aus könnte man jetzt weiter zu den noch höher gelegenen Nevada Falls und zum Wahrzeichen in Yosemite, nämlich zum Half Dome wandern, aber dieses Vergnügen überlassen wir anderen.







Wir laufen stattdessen wieder ins Village zurück und fahren ein Stück mit dem vollbesetzten Yosemite Shuttle, der alle 10 Minuten die Massen an Touristen im Village breitfährt. Wir fahren am Curry Village vorbei, wo man zu unverschämt hohen Preisen in fest montierten Zelten schlafen kann, außerdem passieren wir mehrere Campingplätze und das Luxushotel The Awahnee, wo man unter 400 Dollar kein Zimmer bekommt. Obwohl Yosemite zu den populärsten Nationalparks Amerikas gehört, kann man die Hotels und Lodges fast an einer Hand abzählen.Wer hierher kommt, übernachtet in der Regel im Zelt oder im Wohnwagen. Wie gut, dass wir das Red Fox Retreat haben!

Nach den körperlichen Strapazen des Vormittags machen wir jetzt das Rentnerprogramm. Dies beinhaltet, gemütlich die kurvenreiche Straße zum 2199m hoch gelegenen Glacier Point zu fahren. Dort oben bietet sich das wohl schönste Panorama, das man im Yosemite genießen kann: Wir überblicken das Granitmassiv der Sierra Nevada, die hohen Gipfel vom Half Dome, El Capitan und Clouds Rest, außerdem den Merced River, der sich sanft durchs Tal schlängelt. Ein sagenhafter Ausblick!

 


Als wir zurück zu unserem Ferienhaus fahren, haben wir großes Glück: zuerst steht ein Koyote wie angewurzelt am Straßenrand und beobachtet den Verkehr, kurz darauf läuft Meister Petz etwa 50 Meter vor uns über die Straße – leider hat er es sehr eilig und ist sofort im dichten Wald verschwunden. Jetzt können wir alle beruhigt sein, dass der Bär beim Glacier Point wohnt und nicht in der Nähe von unserer Cabin. Vor Mülltonnen durchwühlenden und Autos aufknackenden Bären scheinen wir sicher zu sein - jetzt würden wir nur noch gern wissen, wo genau die Klapperschlange lebt!

Lone Pine - Yosemite NP

Am Morgen informieren wir uns als erstes in Zeitung und Internet über die seit acht Tagen lodernden Waldbrände im Nordwesten von Yosemite – denn der Park ist unser heutiges Etappenziel. (Schon gestern hingen über Lone Pine dicke Rauchwolken, die aber wiederum von einem anderen Waldbrand stammten.) Das Feuer habe bedrohliche Ausmaße angenommen, 2600 Feuerwehrmänner seien im Einsatz und einige Ortschaften müssten evakuiert werden. Das Yosemite Valley sei jedoch nicht bedroht, weil sich der Brand nach Norden ausbreite. Unserem Besuch im Park steht scheinbar nichts entgegen.

Jetzt können wir halbwegs beruhigt frühstücken. Den Kaffee hat das Hotel spendiert, den Rest Kuron Reisen.


Eine kleine Rundfahrt durch die Alabama Hills steht zuerst auf dem Programm. Die Movie Road führt mitten durch die sehr speziell geformten Granitfelsen, in denen man mit etwas viel Phantasie tierische oder (über)menschliche Gestalten erkennen kann, z.B. eine Indianerfamilie, die Füße eines Nashorns, die Hände von Hades, einen Eisbären, einen Elefanten usw. Dieser kleine Abstecher, abseits von der Touristenroute, ist wirklich lohnenswert!



Auf dem Freeway 395 steuern wir nun Yosemite an. Wir fahren durch die Städtchen Independence, Big Pine und Bishop, wo wir uns mit Lebensmitteln und Sprit eindecken, bevor wir uns in die Abgeschiedenheit begeben.

Bei Lee Vining fahren wir auf die Tioga Road (120), die uns in den Nationalpark führt. Wir haben Glück, denn heute ist der Jahrestag der Nationalparks und wir bekommen die Eintrittsgebühr geschenkt! Glück gehabt!


Auf dem Tioga Pass auf 3031m frieren wir bei 16°C – 20 Grad weniger als gestern!
Dabei ist die große Hitze so gefährlich nah! Als die 120, die Ost-West-Verbindung durch den Park, einen Schlenker nach Norden macht, sehen wir hinter dem Kamm der Berge dicken Qualm aufsteigen. Ein sensationeller, aber leider auch beängstigender Anblick.

 
Zum Glück fahren wir weiter in den Süden von Yosemite. Im Yosemite Valley ist vom Feuer nichts zu sehen, da der Wind den Qualm nach Norden weht. Im Yosemite Village strahlt die Sonne vom stahlblauen Himmel. Unsere Mountain Cabin, das Red Fox Retreat, liegt südwestlich des Tals und ist ein wahrer Geheimtipp, leider nicht ganz billig - für 2 Nächte müssen wir 620Euro hinblättern. Unseren Anteil, also 310 Euro, lassen wir uns von Familie Siefert-Stamm sowie von Familie Huber sponsern.









Sonntag, 25. August 2013

Las Vegas - Death Valley - Lone Pine

6 Uhr – manch ein Vegas-Besucher begibt sich nach einer (an Geld oder an Erfahrung) bereichernden Nacht langsam ins Bett – für uns beginnt zur gleichen Zeit Urlaubstag drei. Wenigstens eine Sache holen wir heute früh noch nach, die wir gestern versäumt haben – schließlich kann man nicht aus Las Vegas abfahren, ohne wenigstens ein bisschen Geld verzockt zu haben. Innerhalb von drei Minuten verpulvern wir an einem einarmigen Banditen 5 Dollar. Liebe Verena und lieber Jon – mehr der Glücksspielindustrie in den Rachen schmeißen wollten wir nicht, stattdessen haben wir uns vom restlichen Geld ein Frühstück bei Starbucks geleistet!


Von Las Vegas aus fahren wir nach Nordwesten. Parhump ist die letzte Station in Nevada, bevor wir wieder nach Kalifornien kommen. Bis zum Death Valley sind es nur noch wenige Meilen immer entlang dem Freeway 190. Und dann – wie makaber! - müssen wir sogar noch 20 Dollar Eintritt zahlen, um ins Tal des Todes zu gelangen!! Danke, Jan und Sina, für den Versuch, uns ins Jenseits zu befördern – allerdings sind wir knapp dem Hitzschlag entkommen!






Gleich nach ein paar Meilen erreichen wir den Zabriskie Aussichtspunkt, benannt nach Christian Zabriskie, der im 19. Jh. im Death Valley Borax abbauen und befördern ließ. Hier bietet sich uns ein erster Eindruck dessen, was uns im Nationalpark erwartet: Backofen-Temperaturen (46 Grad Celsius), extrem starker Wüstenwind und und ein spektakuläres Panorama!

 
Auch an ältere Herrschaften ist gedacht: auf der Rentnerbank kann man gemütlich verschnaufen und entspannen! Warum nur hat es Thomas keine Minute darauf ausgehalten?


An der Oase Furnace Creek biegen wir ab nach Süden, um zum tiefsten Punkt des nordamerikanischen Kontinents zu gelangen. Bei Badwater, 86 Meter unter NN, erstreckt sich ein riesiges auskristallisiertes Salzfeld über eine weite Ebene.




Besonders reizvoll ist der Artist Drive, ein Rundweg durch eine atemberaubend schöne Steinlandschaft. Auf einer schmalen Straße fahren wir durch eine bizarre Felslandschaft und bewundern das farbenprächtige Vulkangestein der Artist's Palette. Hin und wieder müssen wir die Klimaanlage abstellen, da das Kühlwasser zu heiß wird.

 
Schweren Herzens unterlassen wir es, hinunter zum Golden Canyon zu wandern, in der Sauna bewegt man sich schließlich auch nicht! Einen letzten Stopp legen wir bei den traumhaft schönen Sanddünen von Stovepipe Wells ein.

 
Über den Towne Pass (nach 86m unter NN jetzt wieder auf 1511m!) verlassen wir nun das Tal des Todes und sind erleichtert, als das Thermometer allmählich fallende Temperaturen anzeigt. Das Death Valley gilt als heißester Ort der Erde; 1913 wurden hier 57°C gemessen, 1972 betrug die Bodentemperatur 94°C – da braucht man zum Spiegelei Braten keine Pfanne mehr! In unserem Reiseführer steht allerdings, dass man davon absehen soll, weil dadurch unschöne Flecken auf der Straße entstünden. Tja, da gibt’s als Lunch eben nur ein Sandwich.

Am Nachmittag erreichen wir unsere Unterkunft in Lone Pine, finanziert von euch, Susanne und Sören: Das 1923 erbaute, nostalgische Dow Villa Hotel, in dem etliche Western-Filmstars, wie z.B. John Wayne übernachtet haben, als sie in den Alabama Hills Filme drehten. Im Ort gibt es zwar einen Saloon, doch da wir unseren Colt nicht zur Hand haben, bleiben wir dem Etablissement lieber fern und speisen fürstlich auf der Hotelterrasse.





Freitag, 23. August 2013

Long Beach - Las Vegas


Unser erster Tag begann für uns früh – schlafen können wir schliesslich auch zu Hause. Pünktlich um sieben fanden wir uns zum Super Start Frühstück ein und genossen endlich wieder Porridge, Bagels und Waffeln.


Einmal in Long Beach, wollten wir uns den Besuch einer grand old dame nicht entgehen lassen.


 

1967 hat Long Beach den Briten die Queen Mary abgekauft. Seitdem liegt das Hotelschiff hier an Land.

Um halb zehn starten wir unseren Trip nach Vegas, mit 450km die weiteste Tagestour unserer Reise. Auf der I-15 fahren wir nach Norden, entfernen uns allmählich von der Zivilisation und gelangen in die Wüstenlandschaft.

In Barstow, der letzten grösseren Ortschaft vor Las Vegas, machen wir bei etwa 35 Grad Rast und decken uns bei VONS mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein. Der Highway führt uns nun durch die bergige Mojave-Wüste, wo unserer Autothermometer bis zu 106 Fahrenheit (42 Grad) anzeigt. 200 Kilometer fahren wir durch scheinbar endlose Öde, bis wir gleich nach der Grenze zu Nevada auf die ersten Fühler von Las Vegas treffen.

Währenddessen braut sich direkt über uns etwas zusammen:Mitten in der Wüste überrascht uns ein heftiges Gewitter mit Starkregen, über der Ebene links und rechts von uns scheint die Sonne.


 

Nachdem wir das Gewitter hinter uns gelassen haben, setzt sich die Eintönigkeit der Fahrt fort und die Müdigkeit setzt bei uns ein, denn den Jetlag haben wir noch nicht überwunden. Aber jetzt erreichen wir Vegas, und für Schlaf ist jetzt wahrlich keine Zeit.
Wir wohnen selbstredend am Strip, im Harrah's - ein dickes Dankeschön dafür an dich, Beate! (Natürlich begleitet uns auch deine Elvis-CD auf unseren langen Autofahrten). Von unserem Zimmer im 29. Stock blicken wir direkt auf das Caesar's Palace.Insgesamt hat das Harrah's unvorstellbare 2700 Zimmer.


Aber nur gucken reicht in Vegas nicht, die Stadt muss man erleben. Und so machen wir uns auf, um die Hotels und Casinos zu erkunden. Im Harrah's fangen wir an. Gefühlte tausend Slot Machines wollen bedient werden, bestimmt hundert Groupiers laden ein zu Black Jack, Craps oder Roulette. Zielsicher kämpfen wir uns nach draussen, und stehen mitten auf dem Strip.

In Vegas gibt es 300 Sonnentage im Jahr – wir erwischen einen Regentag – unglaublich! Naja, wir wollen nicht überdramatisieren, es hat ein paar Tropfen genieselt, trotzdem sind wir gleich ins Caesar's Palace geflüchtet.

Das Hotel ist überladen mit Kitsch à la Amerika – Brunnen mit Fontänen (zum Glück wissen wir vom echten Trevi-Brunnen zu unterscheiden), Statuen, Fresken, Säulen – manch einer mag annehmen, die Römer haben wahrhaftig zu den pilgrim fathers gehört! („Wie – Caesar hat hier gar nicht gelebt??“)


 

Auch eine der wedding chapels schauen wir uns an. Da wir gerade eben ein Brautpaar im Ceasar's Palace gesehen hatten und nur einer der vielen Hochzeitssäle nicht abgeschlossen war, hatte da drinnen vermutlich gerade eine Eheschliessung stattgefunden. Mit Verlaub, unsere Dorfkirche in Königswalde hat uns da doch etwas besser gefallen!







Geht man ins Paris, könnte man meinen, man sei wirklich in Spanien, äh, Frankreich. Unglaublich, man hat dort ein ganzes Stadtzentrum nachgebaut! Die Casinos aber sind überall gleich, nur das Ambiente variiert je nach Thema des Hotels.



Durchs Quad und Ballys laufen wir zurück ins Harrah's, denn wir sind ziemlich erledigt. Zur Freude der männlichen Reiseteilnehmer gehen wir in unserem Hotel in ein All-you-can-eat-and-drink Buffet, wo wir alle möglichen asiatischen, italienischen, mexikanischen und natürlich auch amerikanischen Spezialitäten durchprobieren. Kurz vorm Stadium des Platzens geben wir auf und verfehlen knapp unser Ziel, das Buffet leer zu essen. Neben Eis, cupcakes aller Variationen und Farben, Kuchen, Torten, Kaiserschmarren und Obst gibt es noch ein ganz besonders Schmankerl für die Herren: draußen im Casino tanzt ein hübsches, freizügig gekleidetes Mädchen auf einem Podest. Ich kann meinen spendablen Ehemann gerade noch davon abhalten, ihr ein Trinkgeld anzustecken – in diesem Fall muss gucken ausreichen!!

Jetzt fehlt noch ein Programmpunkt für heute, ehe wir todmüde ins Bett fallen: das Fontänen-Schauspiel vorm Bellagio. Zu Billy Jean tanzt das Wasser in den verschiedensten kunstvollen Formationen, mal geradlinig und energisch, mal verspielt und asymmetrisch, dann wieder kraftvoll meterhoch, unterlegt von einem lauten Donnern – einfach phänomenal! Ein imposantes Schauspiel ohnegleichen!



Zwar sind wir  das erste und vielleicht letzte Mal in unserem Leben in Sin City und sollten diese Freitagnacht zum Tag machen, aber unsere Kräfte tragen uns gerade noch zurück ins Hotel. Während wir schlafen wie die Murmeltiere, tobt draussen das Nachtleben









Donnerstag, 22. August 2013

Endlich angekommen!

Ein Jahr nach unserer Hochzeit starten wir nun endlich in unsere Flitterwochen – wir wollten erst einmal sehen, ob die Ehe hält und wir uns gemeinsam auf Reisen trauen können!

Am 22. August um 9 Uhr fahren wir nach Dübendorf, um dort unser Auto zu parken, und mit der Tram fahren wir zum Flughafen Zürich. In Frankfurt müssen wir ewig lange Wege hinlegen, um zum Gate zu gelangen. Über 11 lange und langweilige Stunden dauert unser Flug nach Los Angeles, denn unsere Boeing 747 hat noch nicht einmal ein individuelles Entertainment-Programm!

Um 16.30 Uhr landen wir, aber bis wir uns in unserem Hotel in Long Beach unsere Zimmer beziehen können, sollten noch Stunden vergehen ...

Bei der Einreisekontrolle warten wir eine Stunde (in dieser Zeit treffen wir auf Thomas und Sabine), am Zoll dauert es nur 10 Minuten, aber da leider eine Tasche fehlt, die, wie man uns mitteilt, mit einem späteren Flieger eintreffen soll, müssen wir zum Lufthansa re-check und dort noch einmal anstehen. Zum Glück wird just in diesem Moment unsere Tasche herein gefahren, sodass wir endlich in den Shuttle steigen können, der uns zur Dollar Autovermietung bringt. Inzwischen ist es 18.30 Uhr Ortszeit, und wir dachten, dass wir in spätestens einer Stunde im Hotel sein werden – aber das Denken soll man bekanntlich den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf!

Bei der Autovermietung müssen wir eineinhalb Stunden (!) anstehen, um endlich zu einem Servicemitarbeiter vorzudringen. Nachdem wir unseren Dodge Grand Caravan in der Dunkelheit mühevoll beladen haben und rausfahren wollen, wird uns ruppig und ohne den Versuch einer Erklärung mitgeteilt, dass wir ein anderes Fahrzeug nehmen müssten. Trotz Protest bleibt uns nichts anderes übrig, als all unser Gepäck umzuladen und einen Van mit minderwertiger Innenausstattung zu nehmen.

Es ist 22 Uhr, als wir endlich in unserem Hotel in Long Beach einchecken – nach MEZ 7 Uhr früh. Somit hat unsere Anreise satte 22 Stunden in Anspruch genommen. Man lerne: Nach LA zu fliegen erfordert starke Nerven und viel Geduld!

Unser Dodge Grand Caravan: